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References

1. Siehe Alison Lewis, "Unity Begins Together: Analyzing the Trauma of German Unification," New German Critique 64 (1995): 135-160. doi:10.2307/488467 Die wechselseitigen "projections of narcisstic origin" der Ost- und Westdeutschen in dem Dialog der Psychotherapeuten Hans-Joachim Maaz und Michael Moeller {Die Einheit beginnt zu zweit, 1991) werden hier kritisch aufgehellt.

2. Brigitte Burmeister, Unter dem Namen Norma. Roman. Stuttgart: Klett-Kotta, 1994.

3. Siehe u.a. Hans-Georg Soldat, "Die Wende in Deutschland im Spiegel der zeitgenössischen Literatur," German Life and Letters 50.2 (1997): 133-154, hier 149.

4. Margarete Mitscherlich und Brigitte Burmeister, Wir haben ein Berührungstabu. Deutsche Seelen—einander fremd geworden (München: Piper, 1993) 49.

5. Helga Königsdorf, Im Schatten des Regenbogens. Roman. Berlin: Aufbau, 1993.

6. Marion Titze, Unbekannter Verlust. Berlin: Rowohlt, 1994.

7. Helga Königsdorf und Rosemarie Zeplin, "Gelöschte Kassetten—Gepräche mit Masken," Gute Nacht, du Schöne. Autorinnen blicken zurück, Hg. v. Anna Mudry (Frankfurt/M.: Luchterhand, 1991) 78-85, hier 81.

8. Helga Königsdorf, 1989 oder Ein Moment Schönheit (Berlin: Aufbau, 1990); Aus dem Dilemma eine Chance machen. Essays (Hamburg: Luchterhand, 1991); der Beitrag zu dem Sammelband Gute Nacht, du Schöne, s.o., weiterhin die Dokumentarbände Adieu DDR: Protokolle eines Abschieds (Reinbek bei Hamburg: rororo, 1990) und Unterwegs nach Deutschland. Über die Schwierigkeit ein Volk zu sein: Protokolle eines Aufbruchs (Reinbek bei Hamburg: rororo, 1995).

9. Eva Kaufmann, "Adieu Kassandra? Schriftstellerinnen aus der DDR vor, in und nach der Wende," Women and the Wende. Social Effects and Cultural Reflections of the German Unification Process, Hg. v. Elizabeth Boa and Jan Wharton (Amsterdam: Rodopi, 1994) 216-225.

10. Christa Wolf, "Zwischenrede" (1990), Auf dem Weg nach Tabou. Texte 1990-1994 (Köln: Kiepenheuer & Witsch, 1994)21.

11. Sigmund Freud, Studienausgabe. Band III (Frankfurt/M: Suhrkamp, 4. Aufl. 1975) 199.

12. Franz Haas, "Abschied vom Erziehungslager Ost. Marion Titzes Debüt Unbekannter Verlust," Neue Züricher Zeitung 23. November 1994.

13. Iris Radisch, "Unbeschreiblich weiblich. Untersuchungen eines deutschen Gefühls: Marion Titzes Debüt Unbekannter Verlust," Die Zeit 2. Dezember 1994.

14. Katharina Döbler, "Der Osten bleibt weiblich. Unter dem Namen Norma, ein Wende-Roman von Brigitte Burmeister," Die Zeit 4. November 1994.

15. Iris Radisch, Anm. oben, nennt insgesamt vier Autorinnen: "Brigitte Burmeister, Irina Liebmann, Angelika Klüssendorf und Kerstin Hensel mögen noch so verschieden sein, keiner ist das schöne traurige Gefühl, der melancholische Ausweis des weiblichen Widerstands, abhanden gekommen." Mir scheint die freudianische Melancholieanalyse bei den älteren Autorinnen besonders auffällig zu sein. Ein weiteres ungemein "melancholisches" Schreiben erscheint in Irina Liebmanns Roman In Berlin (1994), wobei die Perspektive dieser Odyssee zwischen Ost- und Westberlin, die eines fast autobiographischen, in jedem Fall persönlichen Schreibens ist, inklusive der hier behandelten, eher individuellen Liebesproblematik, ohne explizite Bezüge zur feministischen Schreibtradition.

16. Überblicke und Analysen zur Nachwendeliteratur bis inklusive Günter de Bruyn in dem Sonderband "GDR Writers since the 'Wende'" von German Life and Letters 50.2 (April 1997), vgl. Anm. 3. Manchmal jedoch erscheint der berühmte "Sinnverlust" als allzu vages Thema der Kritik zu existieren, unabhängig von den jeweiligen "Kränkungs"- Diagnosen, unabhängig auch von der Form, ob Essay, Gedicht oder Prosa. Ebenfalls mehr thematisch (und sehr unterschiedliche Dokumente der "self-alienation" behandelnd, also Christa Wolfs Was bleibt, Helga Schuberts Judasfrauen und Monika Marons Stille Zeile Sechs), geht Anna K. Kuhn in einer Darstellung weiblicher und Berliner Wendeprosa vor: Die Tatsache, daß in den Texten "Traumatisches" zunächst nur auf Umwegen, d.h. in historischen Rückblicken und nicht in Form von Zeitchroniken, aufscheint, spielt keine Rolle. Anna K. Kuhn, "Berlin as Locus of Terror. Gegenwartsbewältigung in Berlin. Texts since the Wende," Berlin in Focus. Cultural Transformations in Germany. Hg v. Barbara Becker- Cantarino (Westport: Praeger, 1996) 159-186

17. Die Prosawerke Meine ungehörigen Träume. Geschichten (1978), Der Lauf der Dinge. Geschichten (1982), Respektloser Umgang. Erzählung (1986), Lichtverhältnisse. Geschichten (1988), Ungelegener Befund. Erzählung (1990). Siehe auch Eva Kaufmann, "Adieu Kassandra," a.a.O.. Eine bestimmte Gruppe von Autorinnen einer mittleren Altersgeneration, u.a. Helga Königsdorf, mit einem ideologiekritischen, differenzierteren "weiblichen Schreiben" wird hier hevorgehoben, alle in dem Sammelband Gute Nacht, du Schöne.

18. "Das Spektakel ist zuende," Aus dem Dilemma eine Chance machen, a.a.O.: 11.

19. "Zurück in die Alltagsgeschichte. Helga Königsdorf im Gespräch mit Günter Gaus," neue deutsche literatur 42.5 (1994): 78-174, hier 89.

20. Hans Stempel, "Leid-Leitartikel. Helga Königsdorfs Roman Im Schatten des Regenbogens," Frankfurter Rundschau 18. Dezember 1993, der mißlingende poetische Metaphern, aber einen "ersten Versuch, die Zeit nach der Wende literarisch zu bewältigen," feststellt. Für weitere durchweg kritische Besprechungen siehe K. Hillgruber und J. P. Wallmann. Vgl. folgende Anmerkungen.

21. Auf das wie "im Ökonomielehrbuch" kalt Kalkulierte der Nachwende-Unmenschlichkeit und der Abhandlung von "Wendemalheuren" weist Katrin Hillgruber hin: "Alice lebt hier nicht mehr. Helga Königsdorf läßt eine WG mit der Einheit hadern," Süddeutsche Zeitung 6. Oktober 1993.

22. Jürgen P. Wallmann, "Pappkameraden. Mit Helga Königsdorf am Stammtisch," Die Welt 11. Dezember 1993.

23. Zur ersten Reflexion der Wende, dem schwierigen Abschied nicht nur von der Partei, sondern auch von der DDR-Schrifstellerrolle siehe Jean E. Cronacher, "Pressing for Change: The Case of Helga Königsdorf," Women and the Wende, a.a.O.: 164-176, bes.174.

24. Helga Königsdorf, "Was nun?" Aus dem Dilemma eine Chance machen, a.a.O.: 13.

25. Gespräch mit Günter Gaus, vgl. Anm. 19: 81.

26. Helga Königsdorf, 1989 oder Ein Moment Schönheit, a.a.O.: 17.

27. Volker Wehdeking, Die deutsche Einheit und die Schriftsteller. Literarische Verarbeitungen der Wende seit 1989 (Stuttgart: Kohlhammer, 1995): 70. Eine überschwengliches Lob auf den "fälligen deutschen Zeit- und Zustandsroman" spricht auch Sybille Cramer aus: "Deutsche Zustände und die offenen Felder im Gefüge der deutschen Gegenwart. Die Ostberliner Erzählerin Brigitte Burmeister legt einen weitsichtigen Gegenwartsroman vor," Süddeutsche Zeitung 5. Oktober 1994.

28. Brigitte Burmeister und Gerti Tetzner, "Keine Macht, aber Spielraum," Gute Nacht, du Schöne, a.a.O.: 30-59. Zum "utopischen" Schluß siehe Christine Cosentino, "Ostdeutsche Autoren Mitte der neunziger Jahre: Volker Braun, Brigitte Burmeister und Reinhard Jirgl," The Germanic Review 71.3 (1996): 177-194. doi:10.1080/00168890.1996.9938089 Weiterhin Beth Alldred, "Two contrasting perspectives on German unification: Helga Schubert and Brigitte Burmeister," German Life and Letters 50:2 (1997): 165-181, die krasser noch, da im Vergleich zur heftigen DDR-Kritik bei Helga Schubert durchgeführt, den Roman Unter dem Namen Norma "as a Utopian novel" charakterisiert: 180. doi:10.1111/1468-0483.00049

29. "Erst im nachhinein bin ich mit der literarischen Szene der DDR in persönlichere Berührung gekommen." Brigitte Burmeister, "Schriftsteller in gewendeten Verhältnissen," Sinn und Form 4 (1994): 648-654, hier 654. Diese Bemerkung scheint mir wichtiger zu sein als Eva Kaufmanns Feststellungen zu einem theoretischen Interesse am Feminismus der Autorin bereits zu DDR-Zeiten. Eva Kaufmann, "Adieu Kassandra," a.a.O.: 219.

30. Colin B. Grant, "Die Türen zu den Zwischenräumen aufhalten—Einführung in Leben und Werk von Brigitte Burmeister," Neophilologus 78: 1 (1994): 131-136, hier 131.

31. Der Begriff "Leere Stelle" fällt im Kontext der späteren Erfindung der IM-Identität der Protagonistin (255). Der Terminus "Leerstelle," erläutert Wehdeking, entstammt aus der Konstanzer Schule der Literaturwissenschaft von Iser/Jauss und wird in Burmeisters Technik "rätselhafter Pointen" benutzt., a.a.O., 83.

32. Sybille Cramer, "Deutsche Zustände," a.a.O. Eine aufhellende Analyse des Stellenwerts des Revolutionstopos gibt Christine Cosentino, a.a.O.: 86.

33. Burmeister und Tetzner, "Keine Macht, aber Spielraum," a.a.O.: 56. Andererseits werden hier auch optimistische reformutopische Hoffnungen erwähnt, womit Brigitte Burmeister in ihren frühen 1991 publizierten Gesprächen sich als an der in der Wendeeuphorie sich eröffnenden Debatte des "dritten Wegs" beteiligt zeigt (vgl. Wir haben ein Berührungstabu, 72 und 80).

34. "Schriftsteller in gewendeten Verhältnissen," a.a.O.: 651.

35. Brigitte Burmeister, "Meine Produktionsbedingungen," Entwürfe & Zündschrift 4 (1995): 22-24, hier 23.

36. ibid.

37. Siehe Alldred, vgl. Anm. 28: 177.

38. Die klischeehaften Bilder der "Menschen mit einer Glasur über den Gesichtern" (Norma 211) sollten vielleicht nicht so überbewertet werden, wie sie als Hauptkritikpunkt von Burmeisters Nachwendepanorama angemerkt werden. Michael Braun, "Aus der Fremde, Tiefkühlvergnügen, Knabberspaß—Ein Deutschlandroman von Brigitte Burmeister: Unter dem Namen Norma," Frankfurter Rundschau 17. Dezember 1994, ebenso Katharina Döbler, a.a.O. und Walter Hincks, "Glasierte Gesichter. Brigitte Burmeisters Berlin Roman," Frankfurter Zeitung 4. Oktober 1994.

39. Christine Cosentino, vgl. Anm. 28:183.

40. Hubert Winkels, Einleitung zur deutschen Literatur 1994. Jahresüberblick, Hg. v. F. J. Görtz, V. Hage, U. Wittstock. (Stuttgart: Reclam, 1995) 11: "Christa Wolfs utopischer Ausblick, der an archaische Rituale, ebenso wie an christliche Kommunion und sozialistische Grundideale des Teilens erinnert." (siehe Auf dem Weg nach Tabou: 339).

41. Berührungstabu, a.a.O.: 59.

42. Gute Nacht, du Schöne, a.a.O.: 35.

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